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Unterverteilung Garage & Gartenhaus: so planst Du richtig

KURZ GESAGT

Eine Unterverteilung in der Garage lohnt sich, sobald dort mehr als Licht und eine Steckdose hängen: Wallbox, Werkstatt, Tor, Gefriertruhe oder eine Leitung weiter zum Gartenhaus. Plane 24 bis 36 Teilungseinheiten mit Reserve, einen eigenen Stromkreis für die Wallbox und ein Gehäuse, das zum Raum passt. In trockenen Garagen reicht ein normaler Verteiler für innen, in feuchten, staubigen oder offenen Räumen und im Gartenhaus nimmst Du ein IP65-Gehäuse. Anschluss und Absicherung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.

Video folgt

Video zu diesem Thema folgt in Kürze.

Viele Garagen hängen an einem einzigen Stromkreis aus dem Haus. Das reicht für eine Lampe und das Garagentor, aber nicht für Kreissäge, Kompressor, Heizlüfter und erst recht nicht für ein Elektroauto. Spätestens wenn mehrere Verbraucher dazukommen, ist ein eigener Sicherungskasten in der Garage die saubere Lösung: Jeder Bereich bekommt seinen eigenen Stromkreis, ein Fehler legt nicht gleich alles lahm, und Du kannst später erweitern, ohne neue Leitungen ins Haus zu ziehen.

Auf dieser Seite erfährst Du, wie groß die Unterverteilung sein sollte, was eine Wallbox verlangt, welche Schutzart Garage und Gartenhaus brauchen und welche Fragen Du vorab mit Deinem Elektriker klärst.

Wann braucht die Garage eine eigene Unterverteilung?

Eine eigene Verteilung ist immer dann sinnvoll, wenn die Garage mehr ist als ein Abstellplatz. Typische Auslöser sind diese vier Situationen:

1Wallbox geplant

Eine Ladestation braucht einen eigenen Stromkreis mit passender Absicherung. Sitzen Leitungsschutz und Fehlerstromschutz direkt in der Garage, bleiben die Wege kurz und übersichtlich.

2Werkstatt und Hobby

Maschinen mit Anlaufströmen, Kompressor oder Schweißgerät gehören auf eigene Stromkreise, damit nicht bei jedem Einschalten das Licht ausgeht.

3Gartenhaus dahinter

Führt eine Leitung von der Garage weiter in den Garten, ist die Garage der ideale Verteilpunkt. Das Gartenhaus wird dann von dort aus gesondert abgesichert.

4Freistehende Garage

Liegt die Garage abseits vom Haus, kommt meist ein Erdkabel an. Am Ende dieser Zuleitung braucht es ohnehin einen Verteiler, von dem aus die Stromkreise abgehen.

Ob die vorhandene Zuleitung aus dem Haus für all das reicht, hängt von Querschnitt, Länge und Vorsicherung ab. Das kann nur eine Elektrofachkraft vor Ort beurteilen. Häufig wird für Garage mit Wallbox eine neue, dreiphasige Zuleitung gelegt.

Wie groß sollte der Sicherungskasten in der Garage sein?

Gerechnet wird in Teilungseinheiten (TE). Eine TE ist rund 18 mm breit, eine Reihe fasst meist 12 TE. Ein Leitungsschutzschalter belegt 1 TE, ein dreipoliger 3 TE, ein Fehlerstromschutzschalter je nach Ausführung 2 oder 4 TE. Für eine Garage mit Licht, Steckdosen, Tor und Wallbox kommt so schnell eine Reihe zusammen.

Aus der Praxis hat sich bewährt: Plane 20 bis 30 Prozent Reserve ein oder gleich eine Reihe mehr, als Du heute brauchst. Für eine reine Hobbygarage reicht oft ein 2-reihiger Verteiler mit 24 TE. Mit Wallbox, Werkstatt, Überspannungsschutz und Abgang zum Gartenhaus ist ein 3-reihiger mit 36 TE die entspanntere Wahl. Ein größerer Kasten kostet wenig mehr, ein späterer Tausch dagegen viel Arbeit.

NutzungTypische BelegungEmpfohlene Größe
Garage mit Licht und SteckdosenFI, 2 bis 4 Leitungsschutzschalter1-reihig, 12 TE
Hobbygarage mit WerkstattFI, Licht, Steckdosen, Maschinen, Tor2-reihig, 24 TE
Garage mit Wallboxzusätzlich Wallbox-Stromkreis, ggf. eigener FI2- bis 3-reihig, 24 bis 36 TE
Garage mit Wallbox und Gartenhauszusätzlich Abgang Gartenhaus, Überspannungsschutz3-reihig, 36 TE
Gartenhaus alleinFI, Licht, 1 bis 3 Steckdosenkreise1-reihig, 12 TE, IP65

Wallbox in der Garage: was die Unterverteilung leisten muss

Eine Wallbox ist der größte Dauerverbraucher im Haus. Sie lädt über Stunden mit voller Leistung, deshalb bekommt sie immer einen eigenen Stromkreis, der nur für sie da ist. Gängige Geräte laden mit 11 kW dreiphasig, abgesichert meist mit 16 A. Wallboxen mit 22 kW brauchen entsprechend mehr.

Beim Fehlerstromschutz gilt: Elektroautos können Gleichfehlerströme verursachen, gegen die ein normaler FI vom Typ A blind ist. Viele Wallboxen haben deshalb eine eingebaute Gleichfehlerstrom-Erkennung, dann genügt in der Verteilung ein FI Typ A. Fehlt sie, ist ein FI Typ B vorgesehen. Welche Kombination für Deine Wallbox passt, steht in der Anleitung des Herstellers und wird von der Elektrofachkraft festgelegt.

Wichtig für die Planung: Wallboxen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, größere Leistungen brauchen dessen Zustimmung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der Elektroinstallateur, der auch den Anschluss ausführt. Plane in der Garage also Platz für FI, Leitungsschutz und eventuell einen Lastmanagement-Baustein auf der Hutschiene ein.

Welche Schutzart brauchen Garage und Gartenhaus?

Die Schutzart hängt vom Raum ab, nicht vom Namen. Eine beheizte, trockene Garage am Haus ist elektrisch fast wie ein Hauswirtschaftsraum, hier reicht ein Verteiler für innen. Eine unbeheizte Garage mit nassem Auto im Winter, Staub von der Werkbank oder offenem Tor ist ein anderer Fall: Feuchte, Kondenswasser und Schmutz kommen an die Klemmen. Dafür ist ein Gehäuse in IP65 gedacht, staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser.

Im Gartenhaus ist IP65 fast immer die richtige Wahl. Holzhütten sind selten dicht, im Winter kalt und im Sommer warm, dazu kommen Gartengeräte, Erde und gelegentlich ein Wasserschlauch. Achte außerdem darauf, dass die Kabeleinführungen mit passenden Verschraubungen dicht bleiben, sonst ist die Schutzart nur auf dem Papier vorhanden. Mehr zur Frage, wann IP65 reicht und wann nicht, liest Du im Ratgeber zum Stromverteiler außen.

Strom ins Gartenhaus: Unterverteilung richtig anbinden

Ins Gartenhaus führt meist ein Erdkabel, entweder vom Haus oder von der Garage aus. Es wird frostfrei in ausreichender Tiefe verlegt, mit Trassenwarnband darüber, und an beiden Enden ordentlich abgesichert. Im Gartenhaus selbst sitzt dann eine kleine Unterverteilung mit eigenem FI und den Stromkreisen für Licht und Steckdosen. So kannst Du das Gartenhaus im Winter komplett abschalten, ohne dass im Haus etwas ausfällt.

Lass Querschnitt und Vorsicherung der Leitung von einer Elektrofachkraft berechnen. Bei langen Wegen spielt der Spannungsfall eine Rolle, und die Absicherungen in Haus, Garage und Gartenhaus müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass im Fehlerfall nur der betroffene Teil abschaltet.

Häufige Fehler
  • Verteiler ohne Reserve gekauft, für die Wallbox ist später kein Platz mehr
  • Wallbox an einen vorhandenen Steckdosenkreis gehängt
  • Verteiler für innen in einer feuchten Garage oder im Gartenhaus montiert
  • Kabeleinführungen offen gelassen, sodass Feuchte und Insekten eindringen
  • Arbeiten am Netz selbst gemacht, statt eine Elektrofachkraft zu beauftragen

Passende Verteiler aus dem Sortiment

Für die trockene Garage am Haus eignen sich die Aufputz-Verteiler QUANTUM von Nilson, für feuchte Räume und das Gartenhaus die IP65-Kästen von Mutlusan.

Nilson QUANTUM Aufputz Verteiler 2 reihig in Weiß, FrontansichtAufputz Verteiler 2 reihig · QUANTUM

24 TE für die trockene Hobbygarage, schlichtes Design in Weiß.

Nilson QUANTUM Aufputz Verteiler 3 reihig mit schwarzer Tür und weißem RahmenAufputz Verteiler 3 reihig · QUANTUM

36 TE mit Platz für Wallbox, Werkstatt und Reserve, für trockene Räume.

Mutlusan IP65 Verteilerkasten für Garage und GartenhausIP65 Verteilerkasten Aufputz · Mutlusan

Staubdicht und strahlwassergeschützt für feuchte Garagen und das Gartenhaus.

Weitere Ausführungen findest Du bei den Mutlusan-Kästen in IP65, im Bereich für Keller, Garage und außen und bei den Verteilern zur Wandmontage.

Häufige Fragen

Wie viele TE braucht eine Unterverteilung in der Garage mit Wallbox?

Rechne mit 24 bis 36 TE. Damit passen FI, Leitungsschutzschalter für Licht, Steckdosen und Tor, der Wallbox-Stromkreis und noch Reserve für später.

Reicht ein normaler Verteiler für die Garage?

In einer trockenen, beheizten Garage ja. Ist die Garage feucht, staubig oder unbeheizt, nimm ein Gehäuse mit IP65.

Welchen FI brauche ich für die Wallbox?

Hat die Wallbox eine eingebaute Gleichfehlerstrom-Erkennung, genügt meist ein FI Typ A. Sonst ist ein FI Typ B vorgesehen. Die Elektrofachkraft legt das nach Herstellerangabe fest.

Darf ich die Unterverteilung selbst anschließen?

Nein. Arbeiten am Stromnetz dürfen nur Elektrofachkräfte ausführen. Du kannst aber Größe, Gehäuse und Stromkreise vorab planen und den Verteiler selbst auswählen.

Braucht das Gartenhaus einen eigenen Sicherungskasten?

Bei mehr als einer Steckdose ist das sinnvoll. Ein kleiner IP65-Verteiler mit eigenem FI macht das Gartenhaus unabhängig und sicher abschaltbar.

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