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Unterverteilung planen – Ratgeber zu Größe, Ort und Schutzart

KURZ GESAGT

Eine Unterverteilung planst Du in drei Schritten: Stromkreise zählen und Reserve aufschlagen, den Ort festlegen und daraus Montageart und Schutzart ableiten. Hier findest Du die Ratgeber zu jedem Schritt – von der Garage mit Wallbox bis zum Kasten im Freien. Anschließen und Inbetriebnahme bleiben Sache der Elektrofachkraft.

Video folgt

Video zu diesem Thema folgt in Kürze.

Ein Verteiler ist schnell gekauft, aber selten schnell richtig gewählt. Zu klein heißt: Beim ersten Umbau fehlt der Platz für einen weiteren Fehlerstromschutzschalter. Zu groß heißt: ein Kasten, der an der Wand dominiert oder in die Hohlwand nicht passt. Die meisten Fehlkäufe entstehen nicht beim Gehäuse selbst, sondern weil vorher niemand gezählt hat.

Deshalb sortiert dieser Ratgeber die Fragen in der Reihenfolge, in der sie bei der Planung auftauchen. Zuerst die Größe in Teilungseinheiten, dann der Ort und die Montage, zuletzt die Schutzart. Jeder Ratgeber endet dort, wo die passenden Gehäuse liegen – Aufputz, Unterputz, Hohlwand oder IP65.

Eine Teilungseinheit (TE) ist rund 18 Millimeter breit, eine Reihe fasst in der Regel 12 TE. Ein Leitungsschutzschalter belegt eine TE, ein vierpoliger FI-Schutzschalter vier. Mit diesen zwei Zahlen kannst Du fast jede Planung grob vorrechnen, bevor Du mit dem Elektriker sprichst.

Ratgeber aus dieser Rubrik

Zwei Ratgeber sind fertig, vier weitere entstehen gerade. Die Kacheln ohne Link sind Platzhalter und werden freigeschaltet, sobald der Ratgeber mit Video bereitsteht.

Unterverteilung Garage & Gartenhaus

Größe in TE, Wallbox mit eigenem Stromkreis und FI, IP65 für Gartenhaus und feuchte Garage.

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Verteilerkasten außen wasserdicht

Was IP65, IP67 und IP68 bedeuten, wann IP65 an der Hauswand reicht und wann nicht.

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Reihen, TE und Reserve: wie Du die Größe Deiner Unterverteilung sauber vorrechnest.

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Zuleitung und Vorsicherung: was Du vorbereiten kannst und was die Fachkraft übernimmt.

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Klare Beschriftung der Stromkreise, damit Du im Ernstfall die richtige Sicherung findest.

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Aufputz oder Unterputz?

Mauerwerk, Hohlwand oder Wandfläche: welche Montageart zu Deinem Raum und Deiner Wand passt.

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Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: Wer zuerst die Größe kennt, entscheidet danach sicherer über Aufputz oder Unterputz. Und wer weiß, wo der Kasten hängt, weiß auch, welche Schutzart er braucht.

So gehst Du bei der Planung vor

Beginne mit einer einfachen Liste: jeder Raum, jeder feste Verbraucher, jeder Stromkreis. Herd, Backofen, Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler bekommen in der Regel eigene Kreise. Dazu kommen Licht und Steckdosen pro Raum oder Raumgruppe. Erst wenn diese Liste steht, ist die Frage nach der Gehäusegröße überhaupt sinnvoll.

Im zweiten Schritt ordnest Du die Stromkreise den FI-Schutzschaltern zu. Heute ist es üblich, mehrere FI-Gruppen zu bilden, damit ein Fehler nicht das ganze Haus abschaltet. Jede Gruppe kostet Platz, und genau dieser Platz fehlt in vielen alten Verteilern. Rechne auch Überspannungsschutz, Klingeltrafo, Zeitschaltuhr oder Smart-Home-Aktoren mit ein.

Im dritten Schritt prüfst Du den Ort. Miss die Wandfläche, bei Hohlwand die Einbautiefe und bei Mauerwerk, ob Leitungen von oben und unten sauber hineinkommen. Feuchte, Staub und Temperatur entscheiden über die Schutzart. Wer diese drei Schritte notiert, geht mit einem klaren Plan zum Elektriker und vergleicht Gehäuse nach Fakten statt nach Optik.

Garage, Gartenhaus und Außenbereich

Die meisten Fragen zu Nebengebäuden drehen sich um zwei Punkte: Wie viel Leistung kommt an, und wie gut ist der Kasten geschützt? Eine Garage mit Wallbox, Werkstatt und Tor braucht schnell 24 bis 36 TE und eine passend abgesicherte Zuleitung aus dem Haus. Im Gartenhaus reicht oft eine kleine Verteilung, sie muss aber gegen Feuchte und Kondenswasser bestehen. An der Hauswand gilt: IP65 und ein abschließbarer Deckel sind meist die richtige Wahl.

Plane bei Nebengebäuden außerdem den Leitungsweg früh ein. Eine Erdleitung zum Gartenhaus oder eine Zuleitung durch die Garagenwand lässt sich später nur mit Aufwand ergänzen. Ein Leerrohr mit Reserve kostet beim Bau wenig und erspart Dir später Graben und Stemmen.

Welche Bauform für welchen Ort

OrtTypische BauformSchutzartWeiter
Wohnung, Flur, Neubau mit MauerwerkUnterputzverteilerIP30 bis IP40Unterputz und Hohlwand
Trockenbau, VorsatzwandHohlwandverteilerIP30 bis IP40Unterputz und Hohlwand
Keller, Hauswirtschaftsraum, trockene GarageAufputzverteilerIP30 bis IP41Aufputzverteiler
Feuchte Garage, Werkstatt, GartenhausFeuchtraumverteilerIP65IP65 Verteiler
Hauswand, Carport, geschützter AußenbereichKasten für außenIP65Kästen in IP65
Dauerhaft im Wasser oder unter ErdeSpezialgehäuseIP67 oder IP68Ratgeber Schutzart

Die drei Fragen, an denen jede Verteilerplanung hängt

Drei Entscheidungen bestimmen, ob der Kasten auch in zehn Jahren noch passt. Wer sie vor dem Kauf beantwortet, spart Umbau, Stemmarbeit und einen zweiten Kasten.

1Wie viele TE brauchst Du wirklich?

Zähle alle Stromkreise, FI-Schutzschalter und Zusatzgeräte wie Überspannungsschutz oder Treppenlichtautomat. Schlage danach 20 bis 30 Prozent oder eine ganze Reihe als Reserve auf.

2Wo hängt der Kasten?

Der Ort entscheidet über die Montage. In der Wohnung meist Unterputz oder Hohlwand, in Keller und Garage Aufputz. Bei Vorsatzwand und Dusche dahinter zählt die Restwanddicke.

3Welche Schutzart braucht der Ort?

Trocken genügt IP30 bis IP40. Spritzwasser, Staub und Regen verlangen IP65. Erst wenn ein Kasten zeitweise unter Wasser steht, wird IP67 oder IP68 nötig.

Die fünf häufigsten Planungsfehler
  • Ohne Reserve geplant – beim ersten Umbau fehlt eine Reihe
  • Nach Räumen statt nach Stromkreisen gezählt
  • Wallbox oder Wärmepumpe erst nach dem Kauf eingeplant
  • Innenverteiler in feuchter Garage oder im Gartenhaus montiert
  • Einbautiefe der Hohlwand nicht gemessen

Häufige Fragen

Wie groß sollte eine Unterverteilung sein?

Für eine Wohnung reichen oft zwei Reihen mit 24 TE, für ein Einfamilienhaus mit Wallbox eher drei oder vier Reihen. Entscheidend ist Deine Zählung plus 20 bis 30 Prozent Reserve.

Darf ich eine Unterverteilung selbst anschließen?

Nein. Arbeiten an 230 und 400 Volt gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Planen, Gehäuse auswählen und die Montage vorbereiten kannst Du aber selbst.

Aufputz oder Unterputz – was ist besser?

Keines ist grundsätzlich besser. Unterputz wirkt in Wohnräumen ruhiger, Aufputz ist in Keller, Garage und bei Nachrüstung schneller montiert und braucht keine Stemmarbeit.

Reicht IP65 für draußen?

An Hauswand, Carport und im Gartenhaus ja: IP65 ist staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. IP67 oder IP68 brauchst Du erst bei zeitweisem oder dauerhaftem Untertauchen. Details stehen im Ratgeber zur Schutzart.

Braucht die Wallbox einen eigenen Stromkreis?

Ja. Eine Wallbox bekommt einen eigenen Stromkreis mit passendem Leitungsschutz und FI-Schutz. Wie Du das in der Garage einplanst, zeigt der Ratgeber Garage und Gartenhaus.

Wie viel Platz braucht eine Reihe?

Eine Reihe hat meist 12 TE, das sind rund 216 Millimeter Hutschiene. Plane dazu Platz für Klemmen und Leitungsführung ein, sonst wird die Verdrahtung eng.

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