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KNX Taster planen – wie viele, wo und mit welcher Belegung

KURZ GESAGT

Ein KNX-Taster schaltet nicht selbst, er sendet einen Befehl. Deshalb plant man nicht einen Schalter pro Lampe, sondern Funktionen pro Raum: Was muss man bewusst bedienen, und was erledigt die Automatik? Wer so vorgeht, braucht weniger Taster, bekommt eine klare Belegung und kann jede Taste später umprogrammieren, ohne die Wand zu öffnen.

KNX Taster richtig planen – so geht es wirklich

Die häufigste Frage in der Planung lautet: Wie viele Taster brauche ich? Die ehrliche Antwort ist meist: weniger, als man denkt. Im klassischen Haus sitzt an jeder Tür ein Schalter, weil jede Leitung einen eigenen Schalter braucht. Bei KNX ist das anders. Ein Taster kann Licht, Jalousie, Szenen und Zentralfunktionen übernehmen, und Präsenzmelder ersetzen ihn in vielen Räumen ganz.

Entscheidend ist deshalb nicht die Zahl der Lampen, sondern die Frage, was im Raum tatsächlich von Hand bedient wird. Daraus ergeben sich Anzahl, Ort und Belegung der Taster.

Die Bedienelemente im Überblick

4 Zoll KNX Taster mit Touch Display von LETOURTaster mit Display

Viele Funktionen auf wenig Fläche, dazu Statusanzeige. Sinnvoll im Eingang und im Wohnbereich.

4 Zoll KNX Glastaster mit Touchdisplay von SeawinGlastaster

Klare Tastenflächen mit Symbolen und LED-Rückmeldung. Die Standardlösung für die meisten Räume.

5,5 Zoll KNX Taster mit Touch Display von LETOURGroßes Display am Eingang

Zentral-Aus, Szenen und offene Fenster auf einen Blick – dort, wo man das Haus betritt und verlässt.

3-fach KNX Binäreingang von OptimusTasterschnittstelle

Macht normale Schalter einer Schalterserie KNX-fähig. Für Räume, in denen ein bestimmtes Design gesetzt ist.

KNX PIR Bewegungsmelder von OptimusPräsenzmelder

Ersetzt den Taster in Flur, WC und Abstellraum. Der beste Taster ist oft der, den man nicht braucht.

KNX IP Router von SATIONIP-Router für App und Panel

Die Bedienung per Smartphone ergänzt die Taster, ersetzt sie aber nicht. Dafür braucht die Anlage einen IP-Zugang.

Wie viele Taster pro Raum?

RaumBedienstelleTypische Belegung
Eingang und DieleTaster oder Display an der Haustür, sonst PräsenzmelderZentral-Aus, Licht, Anwesenheit/Abwesenheit
Wohnzimmeran der Tür, bei Bedarf ein zweiter am Sofa oder EssplatzSzenen, Licht, Jalousie
Schlafzimmeran der Tür und an beiden BettseitenLicht, Nachtlicht, Jalousie, Zentral-Aus
Küchean der TürGrundlicht, Arbeitslicht, Jalousie
Bad und WCPräsenzmelder, im Bad ein Taster für SzenenSpiegellicht, Nachtlicht, Lüftung
Kinderzimmeran der TürLicht und Jalousie, bewusst einfach gehalten

So planst Du die Taster

1Funktionen pro Raum sammeln

Welche Lichtkreise, Jalousien, Szenen und Heizfunktionen gibt es? Erst die Liste, dann die Geräte.

2Automatik abziehen

Was Präsenzmelder, Zeitprogramm oder Wetterstation erledigen, braucht keine eigene Taste.

3Bedienstelle festlegen

Neben der Tür auf der Seite, auf der sie aufgeht, nicht dahinter. Üblich sind 1,05 m über dem fertigen Boden, barrierefrei 0,85 m.

4Tasten zählen

Was übrig bleibt, bestimmt die Tastenzahl. Eine Taste Reserve pro Raum hat sich bewährt.

5Belegung vereinheitlichen

Dieselbe Funktion liegt in jedem Raum auf derselben Taste, zum Beispiel oben links das Licht, unten die Jalousie.

6Rückmeldung und Beschriftung klären

Status-LEDs, Symbole oder Display, damit auch Gäste die Bedienung ohne Erklärung verstehen.

Einheitliche Belegung ist wichtiger als die Tastenzahl

Der häufigste Grund, warum eine KNX-Anlage im Alltag als kompliziert empfunden wird, ist nicht die Technik, sondern eine uneinheitliche Belegung. Wenn im Wohnzimmer oben links das Licht liegt und im Schlafzimmer die Jalousie, sucht jeder im Haus jeden Tag.

Deshalb gehört vor die Geräteauswahl ein einfaches Schema, das für alle Räume gilt. Es wird einmal festgelegt und dann in der ETS für jeden Raum gleich umgesetzt. Weil die Belegung reine Programmierung ist, lässt sie sich später jederzeit anpassen.

Display oder klassischer Taster?

Ein Display lohnt sich dort, wo viele Funktionen zusammenkommen oder Informationen gebraucht werden: im Eingang, um beim Verlassen offene Fenster zu sehen, und im Wohnbereich für Szenen und Temperatur. In Kinderzimmer, Küche oder Gästezimmer reicht meist ein Glastaster mit wenigen, klar beschrifteten Tasten.

Viele Taster und Displays haben einen Temperaturfühler eingebaut. Damit übernimmt der Taster auch die Raumtemperaturregelung, und ein separates Thermostat an der Wand entfällt. Das sollte man beim Planen des Montageorts berücksichtigen: nicht neben Heizkörper, Kamin oder in die pralle Sonne.

Die fünf häufigsten Planungsfehler bei Tastern
  • Ein Taster pro Lampe geplant, wie bei der klassischen Installation
  • In jedem Raum eine andere Belegung – niemand findet die richtige Taste
  • Taster hinter der Tür auf der Scharnierseite
  • Keine Bedienstelle am Bett – nachts wird zur Tür gelaufen
  • Zentral-Aus vergessen oder nicht am Ausgang platziert

Häufige Fragen

Wie viele Tasten braucht ein Raum?

In den meisten Räumen reichen zwei bis vier Tasten: Licht, Jalousie und eine Szene. Mehr brauchen vor allem Wohnbereich und Eingang, dort lohnt sich ein Display.

In welcher Höhe werden KNX-Taster montiert?

Üblich sind 1,05 m über dem fertigen Fußboden, neben der Tür auf der Öffnungsseite. Für barrierefreie Bereiche gelten 0,85 m.

Kann ich die Belegung später ändern?

Ja. Welche Taste was schaltet, ist Programmierung in der ETS. Die Hardware bleibt, nur die Zuordnung ändert sich.

Kann ich normale Schalter einer Schalterserie verwenden?

Ja, über eine Tasterschnittstelle oder einen Binäreingang. Damit bleibt das gewünschte Design, die Funktion kommt über KNX.

Brauche ich Taster, wenn ich Präsenzmelder und App habe?

In Wohn- und Schlafräumen ja. Die App ergänzt, aber für Licht und Jalousie will man eine Taste an der Wand, die ohne Smartphone funktioniert.

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