KNX Aktoren erklärt – welcher Aktor wofür
Der Aktor ist das Gerät, das am Ende wirklich schaltet. Er sitzt im Verteiler, hängt am Bus und bekommt von dort den Befehl. Welchen Aktor Du brauchst, entscheidet nicht die Marke, sondern die Frage, was geschaltet werden soll: Licht an und aus, Licht dimmen, Rollladen fahren oder Heizung regeln. Danach zählst Du die Kanäle ab – und rechnest Reserve dazu.
Ein Taster schaltet bei KNX keine Lampe. Er schickt eine Nachricht auf den Bus, und ein Aktor im Verteiler macht daraus Strom. Deshalb liegt bei KNX keine geschaltete Leitung mehr zum Schalter, sondern nur noch die Busleitung – und deshalb lässt sich später jede Zuordnung ändern, ohne eine Wand zu öffnen.
Das ist der eigentliche Gewinn des Systems: Die Verdrahtung ist fest, die Funktion ist Software. Wer heute das Esszimmerlicht auf den Taster an der Terrassentür legt und es morgen anders haben will, ändert eine Zuordnung in der ETS – nicht die Installation.
Die Aktortypen im Überblick
Schaltet ein und aus – und ist deshalb der häufigste Aktor im Haus. Licht ohne Dimmung, Steckdosenkreise, Pumpen, Außenleuchten. Ein Kanal pro Stromkreis.
DimmaktorStellt die Helligkeit. Entscheidend ist die Last: LED-Treiber verhalten sich anders als Glühlampen. Vor dem Kauf prüfen, was am Kreis hängt.
Fährt Rollladen, Jalousie und Markise. Intern zwei gegeneinander verriegelte Relais pro Antrieb – gezählt wird ein Jalousiekanal.
Aktor mit StrommessungSchaltet wie ein Schaltaktor und misst dabei den Strom je Kanal. Sinnvoll, wo Du Verbräuche sehen oder Ausfälle erkennen willst.
Schalten, Jalousie und teils Binäreingänge in einem Gerät. Spart Platz, wenn die Kanalmischung zum Haus passt.
Sitzt hinter dem Taster oder in der Deckendose. Die Lösung, wenn keine Leitung zum Verteiler geht – typisch im Altbau.
Welcher Aktor für welche Aufgabe
| Aufgabe | Aktor | Gezählt wird |
|---|---|---|
| Licht an und aus | Schaltaktor | ein Kanal je Stromkreis |
| Licht dimmen | Dimmaktor oder DALI-Gateway | ein Kanal je dimmbarem Kreis |
| Rollladen, Jalousie, Markise | Jalousieaktor | ein Jalousiekanal je Antrieb |
| Fußbodenheizung | Heizungsaktor | ein Kanal je Heizkreis |
| Steckdosen, Pumpen, Außenlicht | Schaltaktor | ein Kanal je Stromkreis |
| Stromverbrauch sehen | Schaltaktor mit Strommessung | nur dort, wo es interessiert |
Die Kanalzahl – so zählst Du richtig
Nicht im Katalog. Jeder Lichtstromkreis ein Kanal, jeder Rollladen ein Jalousiekanal, jeder Heizkreis ein Heizkanal.
Fünf Spots an einem Schalter sind ein Kanal. Wer Lampen zählt, kauft das Doppelte.
Zwei bis vier Schaltkanäle mehr. Bei jedem Haus kommt während des Baus noch etwas dazu.
Wenige große oder viele kleine Geräte?
Bei gleicher Kanalzahl ist ein großes Gerät fast immer günstiger als mehrere kleine, braucht weniger Platz auf der Hutschiene und weniger Busanschlüsse. Der Einwand dagegen lautet: fällt es aus, steht mehr still. In der Praxis fällt selten ein ganzer Aktor aus, meist ein einzelner Kanal – und davor sind die Kanäle eines kleinen Geräts genauso wenig geschützt.
Für die Fußbodenheizung gibt es eigene Heizungsaktoren: Sie steuern die Stellantriebe meist taktend statt nur ein und aus, damit die Temperatur nicht schwingt – ein Kanal pro Heizkreis.
Sinnvoll trennen lässt sich nach Geschossen oder nach Verteilern, wenn das Haus ohnehin mehrere hat. Nach Gefühl aufteilen bringt nichts.
Worauf beim Kauf noch zu achten ist
Tasten an der Front schalten auf der Baustelle ohne ETS. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Bauablauf Gold wert.
Nützlich, wenn Du Verbräuche sehen oder einen defekten Kreis erkennen willst – sonst Aufpreis ohne Nutzen.
Aktoren werden in Teilungseinheiten gemessen. Wer das erst beim Einbau merkt, räumt den Verteiler um.
- Nach Lampen gezählt statt nach Stromkreisen
- Keine Reserve eingeplant – ein voller Aktor heißt später zweites Gerät, Platz und Programmierung
- Dimmaktor gekauft, ohne die Last der Leuchten zu prüfen
- Rollläden als zwei Schaltkanäle geplant und die Verriegelung vergessen
- Verteilerplatz erst beim Einbau nachgemessen
Häufige Fragen
Nein. Er kennt nur an und aus. Wer dimmen will, braucht einen Dimmaktor oder ein Vorschaltgerät, das über ein Signal angesteuert wird – zum Beispiel über DALI.
Nein, im Gegenteil. Aktoren sitzen zentral im Verteiler, ein Gerät versorgt Kanäle im ganzen Haus. Dezentral wird es nur dort, wo keine Leitung zum Verteiler geht.
Jeder Kanal hat ein definiertes Verhalten für Busspannungsausfall und -wiederkehr. Das wird in der ETS eingestellt – einmal sauber gemacht, danach vergessen.
Ja. Das ist der Kern von KNX: Geräte verschiedener Hersteller arbeiten in einer Anlage zusammen und werden mit derselben ETS programmiert.
Das hängt am Grundriss, nicht an der Wohnfläche. Wer Stromkreise, Rollos und Heizkreise abzählt und Reserve addiert, hat die Zahl in einer halben Stunde.
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