KNX DALI Gateway – wann es sich lohnt und wie es eingebunden wird
Ein DALI-Gateway ist der Übersetzer zwischen dem KNX-Bus und einem DALI-Lichtkreis. Es lohnt sich überall dort, wo viele einzeln steuerbare Leuchten hängen: Statt für jede Leuchte einen Dimmkanal im Verteiler zu ziehen, hängen bis zu 64 Vorschaltgeräte an einer einzigen Leitung. Bei drei Spots im Wohnzimmer ist ein Dimmaktor die bessere Wahl.
DALI ist ein eigener Bus, aber nur für Licht. Die Intelligenz sitzt nicht im Verteiler, sondern im Vorschaltgerät der Leuchte: Jedes Gerät hat eine Adresse und wird einzeln angesprochen. Die Leitung dorthin ist zweiadrig, nicht verpolungsempfindlich und darf zusammen mit der Netzleitung im selben Mantel liegen – man zieht sie also praktisch mit.
KNX und DALI konkurrieren nicht miteinander. KNX ist das Haus, DALI ist das Licht darin. Das Gateway verbindet beide: Taster, Präsenzmelder und Visualisierung sprechen KNX, das Gateway übersetzt in DALI-Befehle an die Leuchten.
Die Bausteine einer DALI-Lösung
DALI Gateway 128 KanalFür große Lichtanlagen mit vielen einzeln adressierten Leuchten – Büro, Praxis, großer offener Wohnbereich. Aufteilung auf Kreise und Gruppen laut Datenblatt.
DALI Gateway 2x64 KanalZwei getrennte DALI-Kreise mit je bis zu 64 Vorschaltgeräten in einem Gehäuse – platzsparender als zwei einzelne Geräte.
Dimmaktor für wenige KreiseDie Alternative, wenn ein Raum nur ein oder zwei dimmbare Kreise hat. Kein zweites System, keine Adressierung.
Kompakter DimmaktorZwei Kanäle für den Esstisch und die Wandleuchten – oft alles, was ein Einfamilienhaus an Dimmung braucht.
Über KNX ruft ein Taster ganze Lichtszenen ab, die das Gateway auf viele Leuchten verteilt.
Misst Helligkeit und Anwesenheit. Zusammen mit DALI regelt er das Licht stufenlos nach dem Tageslicht.
Wann Gateway, wann Dimmaktor?
| Situation | Besser geeignet | Warum |
|---|---|---|
| Ein bis zwei dimmbare Kreise je Raum | Dimmaktor | kein zusätzliches System nötig |
| Viele Spots, einzeln oder in wechselnden Gruppen | DALI Gateway | eine Leitung statt vieler Kanäle |
| Tunable White, einstellbare Farbtemperatur | DALI Gateway | sauber über ein Gerät angesprochen |
| Gruppierung soll sich später ändern lassen | DALI Gateway | reine Software statt Umverdrahtung |
| Normale dimmbare LED-Leuchten ohne DALI | Dimmaktor | ohne DALI-Vorschaltgerät geht es nicht |
Was das Gateway im Haus wirklich ändert
Ohne DALI geht von jedem dimmbaren Kreis eine eigene Leitung zum Verteiler. Mit DALI läuft eine Leitung durch den Raum, alle Leuchten hängen daran.
DALI-Vorschaltgeräte melden zurück, etwa wenn ein Leuchtmittel ausgefallen ist. Das Gateway reicht das an KNX weiter.
Leuchten mit Tunable White werden über DALI sauber angesprochen. Über zwei getrennte Dimmkanäle gelingt das nur mit Mühe.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Integrierte DALI-Spannungsversorgung. Der DALI-Kreis braucht eine eigene Versorgung. Manche Gateways bringen sie mit, andere nicht – wer das übersieht, hat ein funktionsfähiges Gateway und einen toten Lichtkreis. Im Datenblatt steht es, oft klein.
Inbetriebnahme über die ETS. Gute Gateways lassen sich komplett aus der ETS heraus adressieren und gruppieren. Sonst braucht es zusätzlich ein Herstellerwerkzeug – kein Ausschlusskriterium, aber ein Arbeitsschritt mehr.
Notlicht. Wer Sicherheitsleuchten einbinden will, braucht ein Gateway, das den entsprechenden DALI-Teil unterstützt und die Prüfungen protokolliert. Das ist ein anderes Gerät und eine andere Preisklasse.
- DALI-Spannungsversorgung vergessen – das Gateway läuft, das Licht nicht
- Normale dimmbare LED-Leuchten gekauft, die kein DALI beherrschen
- Mehr als 64 Vorschaltgeräte an einem Kreis geplant
- DALI-Leitung mit der KNX-Busleitung verwechselt
- Das ganze Haus an ein Gateway gehängt – fällt es aus, ist überall das Licht fest
Häufige Fragen
Nein. KNX steuert Licht auch ohne DALI – über Schalt- und Dimmaktoren. DALI kommt dazu, wenn die Zahl der einzeln steuerbaren Leuchten die Kanalzahl im Verteiler sprengen würde.
Zwei Adern mit der gleichen Isolation wie die Netzspannung – in der Praxis oft zwei freie Adern einer fünfadrigen Mantelleitung. Auf Polung kommt es nicht an. Die KNX-Busleitung ist etwas anderes.
Nur, wenn ihr Vorschaltgerät DALI beherrscht. Eine normale dimmbare LED-Leuchte tut das nicht – sie gehört an einen Dimmaktor. Beim Leuchtenkauf steht es in den technischen Daten.
Der DALI-Kreis bleibt im zuletzt gesetzten Zustand oder fährt in einen vorher eingestellten Pegel. Über KNX steuerbar ist er dann nicht mehr. Bei großen Anlagen verteilt man die Leuchten deshalb auf mehrere Kreise.
Bis zu 16 Gruppen bei 64 Teilnehmern. Jede Leuchte kann dabei mehreren Gruppen angehören – das macht Szenen so flexibel.
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