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KNX Eingänge – der Ratgeber

KNX Unterputz-Aktor mit sechs Binäreingängen für die Schalterdose
KURZ GESAGT

Eingänge bringen alles auf den Bus, was selbst kein KNX spricht: konventionelle Taster, Fensterkontakte, Wassermelder, Zählerimpulse, Temperaturfühler. Sie sind der günstigste Weg, eine Anlage zu erweitern – und der wichtigste Baustein jeder Nachrüstung.

Ein Binäreingang macht aus einem potentialfreien Kontakt ein Telegramm. Ob dahinter ein 5-Euro-Taster, ein Reedkontakt am Fenster oder der Impulsausgang eines Wasserzählers hängt, ist dem Bus egal. Genau deshalb sind Eingänge in der Praxis so wirkungsvoll: Sie kosten wenig, brauchen keinen eigenen Platz in der Bedienung und erschließen Informationen, die sonst verloren gehen.

Der Unterschied zwischen einem Binäreingang und einer Tasterschnittstelle ist dabei weniger technisch als örtlich: Der Binäreingang sitzt im Verteiler und sammelt viele Kontakte, die Tasterschnittstelle sitzt in der Schalterdose hinter dem vorhandenen Schalter.

Die Eingangstypen im Überblick

Binäreingang

Potentialfreie Kontakte auf den Bus – Fenster, Taster, Alarmmeldungen, Zählerimpulse.

Tasterschnittstelle

Sitzt in der Schalterdose und macht aus vorhandenen Tastern KNX-Bedienstellen.

Eingänge Unterputz

Kompakte Geräte für die Dose, wenn keine Leitung zum Verteiler mehr geht.

Eingänge Schaltschrank

Viele Kanäle auf der Hutschiene – die günstigste Variante je Kontakt.

Analogeingang

Für Messwerte statt Zustände: Temperatur, Feuchte, Füllstand, 0–10 V.

Multi-IO

Ein- und Ausgänge in einem Gerät – praktisch, wo beides in kleiner Zahl gebraucht wird.

Die drei Fragen vor dem Kauf

1Verteiler oder Dose?

Liegt eine Leitung zum Verteiler, ist der Hutschienen-Eingang je Kanal deutlich günstiger. Ist keine da, löst die Unterputz-Variante das Problem, ohne dass gestemmt wird.

2Kontakt oder Messwert?

Ein Binäreingang kennt nur auf und zu. Sobald es um Temperatur, Feuchte oder Füllstand geht, braucht es einen Analogeingang oder einen Sensor mit eigener Busanbindung.

3Wie lang wird die Leitung?

Binäreingänge arbeiten mit Kleinspannung und haben eine begrenzte Leitungslänge je Kanal. Bei langen Wegen gehört der Eingang näher an den Kontakt statt in den Hauptverteiler.

Die vier häufigsten Fehler
  • Keine Reservekanäle eingeplant – jeder spätere Fensterkontakt kostet ein neues Gerät
  • Tasterschnittstelle gekauft, obwohl eine Leitung in den Verteiler vorhanden war
  • Fremdspannung auf einen Binäreingang gelegt, der nur potentialfreie Kontakte verträgt
  • Zulässige Leitungslänge ignoriert – Störungen, die niemand mehr zuordnen kann

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Binäreingang und Tasterschnittstelle?

Funktional wenig, örtlich viel. Der Binäreingang sitzt auf der Hutschiene und sammelt viele Kontakte zentral, die Tasterschnittstelle sitzt in der Schalterdose hinter dem vorhandenen Taster. Für Neubauten ist der Verteiler günstiger, für Nachrüstungen die Dose praktischer.

Kann ich normale Schalter an KNX betreiben?

Ja – über eine Tasterschnittstelle oder einen Binäreingang. Der Schalter wird dabei potentialfrei ausgewertet und schaltet keinen Strom mehr; das übernimmt der Aktor.

Brauche ich Eingänge, wenn ich KNX-Taster habe?

Meist ja, nur für anderes: Fensterkontakte, Wassermelder, Garagentor, Zählerimpulse. Diese Informationen kommen nicht über den Taster ins System.

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