KNX Eingänge – der Ratgeber
Eingänge bringen alles auf den Bus, was selbst kein KNX spricht: konventionelle Taster, Fensterkontakte, Wassermelder, Zählerimpulse, Temperaturfühler. Sie sind der günstigste Weg, eine Anlage zu erweitern – und der wichtigste Baustein jeder Nachrüstung.
Ein Binäreingang macht aus einem potentialfreien Kontakt ein Telegramm. Ob dahinter ein 5-Euro-Taster, ein Reedkontakt am Fenster oder der Impulsausgang eines Wasserzählers hängt, ist dem Bus egal. Genau deshalb sind Eingänge in der Praxis so wirkungsvoll: Sie kosten wenig, brauchen keinen eigenen Platz in der Bedienung und erschließen Informationen, die sonst verloren gehen.
Der Unterschied zwischen einem Binäreingang und einer Tasterschnittstelle ist dabei weniger technisch als örtlich: Der Binäreingang sitzt im Verteiler und sammelt viele Kontakte, die Tasterschnittstelle sitzt in der Schalterdose hinter dem vorhandenen Schalter.
Die Eingangstypen im Überblick
Potentialfreie Kontakte auf den Bus – Fenster, Taster, Alarmmeldungen, Zählerimpulse.
Sitzt in der Schalterdose und macht aus vorhandenen Tastern KNX-Bedienstellen.
Kompakte Geräte für die Dose, wenn keine Leitung zum Verteiler mehr geht.
Viele Kanäle auf der Hutschiene – die günstigste Variante je Kontakt.
Für Messwerte statt Zustände: Temperatur, Feuchte, Füllstand, 0–10 V.
Ein- und Ausgänge in einem Gerät – praktisch, wo beides in kleiner Zahl gebraucht wird.
Die drei Fragen vor dem Kauf
Liegt eine Leitung zum Verteiler, ist der Hutschienen-Eingang je Kanal deutlich günstiger. Ist keine da, löst die Unterputz-Variante das Problem, ohne dass gestemmt wird.
Ein Binäreingang kennt nur auf und zu. Sobald es um Temperatur, Feuchte oder Füllstand geht, braucht es einen Analogeingang oder einen Sensor mit eigener Busanbindung.
Binäreingänge arbeiten mit Kleinspannung und haben eine begrenzte Leitungslänge je Kanal. Bei langen Wegen gehört der Eingang näher an den Kontakt statt in den Hauptverteiler.
- Keine Reservekanäle eingeplant – jeder spätere Fensterkontakt kostet ein neues Gerät
- Tasterschnittstelle gekauft, obwohl eine Leitung in den Verteiler vorhanden war
- Fremdspannung auf einen Binäreingang gelegt, der nur potentialfreie Kontakte verträgt
- Zulässige Leitungslänge ignoriert – Störungen, die niemand mehr zuordnen kann
Häufige Fragen
Funktional wenig, örtlich viel. Der Binäreingang sitzt auf der Hutschiene und sammelt viele Kontakte zentral, die Tasterschnittstelle sitzt in der Schalterdose hinter dem vorhandenen Taster. Für Neubauten ist der Verteiler günstiger, für Nachrüstungen die Dose praktischer.
Ja – über eine Tasterschnittstelle oder einen Binäreingang. Der Schalter wird dabei potentialfrei ausgewertet und schaltet keinen Strom mehr; das übernimmt der Aktor.
Meist ja, nur für anderes: Fensterkontakte, Wassermelder, Garagentor, Zählerimpulse. Diese Informationen kommen nicht über den Taster ins System.
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