KNX Binäreingang UP – wann die Dose für Kontakte reicht
Ein KNX Binäreingang UP sitzt in der Schalterdose statt auf der Hutschiene. Er macht aus potentialfreien Kontakten vor Ort Bus-Telegramme – Melder, Fensterkontakte, konventionelle Taster. Zuerst prüfst Du, ob eine Leitung zum Verteiler fehlt und wie viele Kanäle in der Dose nötig sind. Passt beides und der Bus ist nachgezogen, lohnt Unterputz. Sonst gehört der Binäreingang in den Schaltschrank.
Bei KNX schaltet der Kontakt nichts. Er schließt nur, und der Binäreingang macht daraus ein Telegramm. Der Normalfall ist zentral: Viele Kontakte laufen in den Verteiler, dort sitzt ein Hutschienen-Gerät. Genau das fehlt im Bestand oft – Fensterkontakte, Wassermelder oder alte Taster enden in der Dose, und eine neue Steuerleitung würde Stemmarbeiten bedeuten.
Dann kommt der KNX Binäreingang UP ins Spiel. Er hängt am nachgezogenen Bus, steckt in der Dose und wertet die kurzen Adern zum Kontakt aus. Das ist die typische Nachrüstlösung für Engstellen – nicht der Standard für einen Neubau mit Leitungen zum Schaltschrank. Entscheidend bleiben Kanalzahl und Einbautiefe: Was die Dose tragen kann, reicht oft für wenige Kontakte. Viele Fenster und Melder gehören meist auf Mehrkanal-Geräte im Verteiler.
Unterputz oder Verteiler – so planst Du die Entscheidung
Geht eine Steuerleitung in den Schaltschrank, gehört der Binäreingang dorthin. UP ist teurer je Kanal und im Störfall schlechter zugänglich.
UP-Binäreingänge gibt es typisch 2- bis 9-fach. Ein Kanal je Kontakt vor Ort – Reserve für den nächsten Fensterkontakt mitdenken.
Tiefe Dosen prüfen. Der Bus muss in die Dose; ohne Busleitung bleibt jedes UP-Gerät tot – unabhängig von der ETS.
Was der UP-Binäreingang intern macht
Ein Binärkanal kennt nur auf und zu. Dahinter hängt ein potentialfreier Kontakt: Reed am Fenster, Schwimmerschalter, konventioneller Taster. Der Eingang legt eine kleine Prüfspannung an und meldet den Zustand auf den Bus. Fremdspannung gehört nicht daran – das zerstört das Gerät. Messwerte wie Temperatur brauchen einen Analogeingang, nicht diesen Ratgeber.
UP-Geräte findest Du unter Eingänge Unterputz. Den typübergreifenden Überblick gibt KNX Binäreingang. Wann zentral und potentialfrei geplant wird, klärt der Sibling KNX Binäreingang potentialfrei.
| Situation | Lösung | Gezählt wird |
|---|---|---|
| Neubau, Leitungen zum Verteiler vorhanden | Binäreingang auf der Hutschiene | ein Kanal je Kontakt, Reserve großzügig |
| Bestand, Kontakt endet in der Dose | KNX Binäreingang UP | ein Gerät bzw. Kanal je Kontakt vor Ort |
| Konventionelle Taster nachrüsten | Tasterschnittstelle / UP in der Dose | siehe Sibling Tasterschnittstelle |
| Nur Messwerte (Temperatur, Feuchte) | Analogeingang – kein Binärkanal | Fühlertyp, nicht Kontaktzahl |
| Viele Kontakte, zentral möglich | Mehrkanal-REG im Verteiler | Kanäle plus Reserve |
Ob eher Taster-Nachrüstung oder generischer UP-Eingang für Melder und Fenster, trennt KNX Tasterschnittstelle. Den Rubrik-Überblick liefert der Eingänge-Ratgeber.
Gerätebeispiele für die Dose
8-fach UP Seawin UI108Kompakter Unterputz-Binäreingang mit vielen Kanälen – typisch für Dose mit mehreren Kontakten und ETS-Parametrierung vor Ort.
Potentialfreie Eingänge in der Dose – Fenster, Taster, Melder. Einbautiefe und Busleitung vor dem Einbau prüfen.
UP-Sortiment für Dose und Nachrüstung. Vor dem Kauf Kanalzahl, potentialfrei und Einbautiefe gegen das Datenblatt legen.
Manchmal reichen Eingänge an vorhandenen UP-Aktoren: unter UP-Aktor mit Eingang mitzählen, bevor Du ein eigenes Gerät bestellst.
Worauf Du bei Kanälen und ETS achten solltest
Der Aufpreis von 4 auf 6 oder 8 Kanäle ist klein. Ein zweites UP-Gerät später kostet Dose, Bus und Programmierung.
Kein 230 V an den Eingang. Liegt Fremdspannung an, gehört ein Koppelrelais dazwischen – oder ein dafür vorgesehenes Gerät.
Jeder Kanal braucht Objekt und Gruppenadresse. Debounce und Flanken richtig setzen – sonst doppelte Telegramme oder tote Taster.
- UP gewählt, obwohl eine Leitung zum Verteiler möglich gewesen wäre
- Fremdspannung auf einen potentialfreien Eingang gelegt
- Einbautiefe der Dose nicht geprüft – Gerät passt nicht hinter den Rahmen
- Keine Reservekanäle – jeder spätere Fensterkontakt braucht ein neues Gerät
- Eingänge in vorhandenen Aktoren übersehen und doppelt geplant
Häufige Fragen
Wenn Kontakte nicht wirtschaftlich in den Verteiler geführt werden können – typisch im Bestand und bei gezielter Nachrüstung – und Kanalzahl sowie Einbautiefe in der Dose passen.
Der Kontakt darf keine eigene Spannung führen, sondern nur schließen und öffnen. Der Eingang liefert die Prüfspannung selbst. Details auch unter Binäreingang potentialfrei.
Ein Kanal je Kontakt vor Ort plus Reserve. UP-Geräte sind oft 3-, 6- oder 8-fach. Viele Kontakte zentral? Dann REG im Verteiler.
Funktional ähnlich, Fokus anders: UP-Binäreingang ist der generische Eingang für Melder, Fenster und Taster. Die Tasterschnittstelle betont die Nachrüstung konventioneller Taster in der Dose – siehe Sibling.
Ja. KNX erlaubt beides in einer Anlage. Zentral dort, wo Leitungen da sind – Unterputz nur an den Engstellen.
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