KNX Präsenzmelder richtig planen
Ein Präsenzmelder erkennt, dass jemand im Raum ist – auch wenn derjenige stillsitzt. Ein Bewegungsmelder erkennt nur Bewegung. Dieser Unterschied entscheidet darüber, ob im Büro das Licht ausgeht, während Du tippst. Entscheidend für das Ergebnis ist aber nicht das Gerät, sondern die Montagestelle: Decke statt Wand, über dem Aufenthaltsort statt über der Tür.
Beide Meldertypen arbeiten mit dem gleichen Prinzip: Sie sehen Wärmeunterschiede, die sich bewegen. Der Unterschied liegt in der Empfindlichkeit und in der Optik.
Ein Bewegungsmelder reagiert auf große Bewegungen – jemand geht durch den Flur. Das reicht dort, wo man nicht stehenbleibt: Flur, Treppenhaus, Garage, Außenbereich. Ein Präsenzmelder reagiert auf kleine Bewegungen – eine Hand auf der Tastatur, ein Kopf, der sich dreht. Den brauchst Du überall dort, wo Menschen sich länger ruhig aufhalten: Arbeitszimmer, Bad, Küchenzeile, Wohnzimmer.
Welcher Melder für welchen Raum
Für Räume zum Durchgehen: Flur, Abstellraum, Garage. Schaltet zuverlässig, wenn jemand kommt, und nach der Nachlaufzeit wieder aus.
Für lange Flure, große Wohnräume und hohe Decken. Weniger Melder für dieselbe Fläche.
Rundum-Erfassung von der Deckenmitte aus. Die Standardlösung für Wohn- und Arbeitsräume.
Misst zusätzlich die Luftqualität. Damit steuert derselbe Melder Licht und Lüftung.
Klein und unauffällig in der Decke, teils mit Temperatur- und Feuchtesensor. Gut für Bad und WC.
Taster zur ÜbersteuerungDie Automatik braucht einen Taster daneben: bewusst Licht an, bewusst Szene wählen, danach übernimmt der Melder wieder.
Präsenzmelder oder Bewegungsmelder?
| Raum | Melder | Warum |
|---|---|---|
| Flur, Treppe, Garage | Bewegungsmelder | man geht durch, bleibt nicht stehen |
| Abstellraum, WC | Bewegungsmelder oder kompakter Präsenzmelder | kurzer Aufenthalt, kein Taster nötig |
| Bad | Präsenzmelder mit Blick auf die Dusche | man steht still, das Licht muss bleiben |
| Arbeitszimmer | Präsenzmelder mit Konstantlicht | kleine Bewegungen, Tageslicht nutzen |
| Wohnzimmer | Präsenzmelder plus Taster | Automatik und bewusst gewählte Szenen |
Im Zweifel ist der Präsenzmelder die bessere Wahl: Er kann beides, umgekehrt gilt das nicht.
Der Montageort entscheidet mehr als das Gerät
Die Erfassung eines Deckenmelders ist ein Kegel. Direkt unter dem Melder ist er am empfindlichsten, nach außen wird er gröber. Deshalb gilt: Der Melder gehört über den Ort, an dem man sich ruhig aufhält – über den Schreibtisch, nicht über die Tür.
Ein Melder quer zur Gehrichtung sieht mehr als einer, auf den man zuläuft. Wer frontal auf den Melder zugeht, bewegt sich aus dessen Sicht kaum – deshalb schalten Flurmelder spät, wenn sie am Ende des Flurs hängen.
Wo sitzt, steht oder liegt man länger? Genau darüber gehört der Melder.
Schränke, Raumteiler und L-Formen verdecken den Blick. Der Sensor sieht nicht um die Ecke.
Heizkörper, Kamin, Lichtkuppeln und Luftauslässe gehören nicht in den Erfassungsbereich.
Die Helligkeitsmessung – das unterschätzte Feature
Fast jeder Präsenzmelder misst zusätzlich die Helligkeit. Damit schaltet das Licht nur, wenn es wirklich zu dunkel ist – und das ist der Teil, der am meisten Strom spart und am meisten Komfort bringt.
Zwei Betriebsarten sind gebräuchlich. Bei der einfachen Variante schaltet der Melder unterhalb eines Schwellwerts ein und nach Ablauf der Nachlaufzeit wieder aus. Bei der Konstantlichtregelung regelt er die Dimmung ständig so nach, dass die gewünschte Helligkeit im Raum bleibt: Wird es draußen hell, geht das Kunstlicht zurück. Das braucht dimmbares Licht.
- Melder über der Tür im Bad – er sieht die Dusche nicht, das Licht geht aus
- Flurmelder am Ende des Flurs – man läuft frontal darauf zu, er schaltet zu spät
- Heizkörper oder Luftauslass im Erfassungsbereich – Fehlauslösungen ohne Ende
- Nur ein Kanal eingeplant – Licht und Heizung brauchen unterschiedliche Nachlaufzeiten
- Keine Übersteuerung per Taster – irgendwann will man das Licht bewusst anders
Häufige Fragen
Meist einer, mittig. Zwei werden nötig bei langen Räumen, bei L-Form und überall dort, wo Möbel oder Wände die Sicht versperren.
Ja, und das solltest Du einplanen. Üblich ist ein Taster, der den Automatikbetrieb für eine Weile übersteuert und danach von selbst wieder freigibt.
In Durchgangsräumen ja – Flur, Abstellraum, WC und Keller brauchen keinen Schalter mehr. In Wohnräumen ergänzt er, weil man dort auch bewusst Szenen wählt.
Ja, und das ist der größere Hebel als Licht. Der Melder meldet, dass der Raum genutzt wird; die Einzelraumregelung fährt sonst auf Absenktemperatur. Dafür braucht es einen zweiten Kanal mit langer Nachlaufzeit.
In der abgehängten Decke sitzt der Melder bündig, in der Betondecke braucht es eine passende Dose. Das entscheidet man besser vor dem Verputzen.
Ja. Alles, was warm ist und sich bewegt, ist für den Sensor ein Mensch. Bei Haustieren helfen eine geringere Empfindlichkeit und eine Montage, die den Boden möglichst wenig erfasst.
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