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KNX Komponenten – was man für eine funktionierende Anlage wirklich braucht

KURZ GESAGT

Eine funktionierende KNX-Anlage braucht erstaunlich wenig: eine Spannungsversorgung, die Busleitung, Aktoren im Verteiler, Taster oder Melder als Sensoren, eine Schnittstelle zum Programmieren und die ETS-Software. Alles andere – Visualisierung, Logik, Wetterstation, Gateways – ist sinnvoll, aber nicht Pflicht und lässt sich später ergänzen.

Was braucht man wirklich für eine funktionierende KNX-Installation?

Wer zum ersten Mal eine KNX-Anlage plant, sieht vor allem die Vielfalt: Hunderte Geräte, Dutzende Hersteller, Begriffe wie Linienkoppler, Logikmodul und Visualisierung. Dabei ist der Kern einer Anlage klein und überschaubar. Er ist in jedem Haus gleich, nur die Anzahl der Aktoren und Sensoren ändert sich.

Die richtige Reihenfolge beim Planen lautet deshalb: erst die Pflicht, dann die Kür. So bleibt die Anlage erweiterbar, und das Budget fließt in das, was man jeden Tag nutzt.

Die Pflichtkomponenten

KNX Spannungsversorgung 640 mA von SATIONSpannungsversorgung

Versorgt den Bus mit Spannung. Ohne sie geht nichts – und sie sollte nicht zu knapp gewählt sein.

24-fach KNX Aktor von OptimusAktoren

Schalten Licht, Jalousien und Heizung im Verteiler. Ihre Zahl folgt den Stromkreisen im Grundriss.

4 Zoll KNX Glastaster mit Touchdisplay von SeawinTaster

Die Sensoren an der Wand. Sie senden Befehle, geschaltet wird im Aktor.

KNX PIR Bewegungsmelder von OptimusPräsenzmelder

Die zweite Sensorart. Sie ersetzen in Flur, WC und Abstellraum den Taster.

KNX USB Schnittstelle von SATIONUSB-Schnittstelle

Die einfachste Verbindung zwischen Laptop und Bus zum Programmieren.

KNX IP Router von SATIONIP-Schnittstelle oder IP-Router

Programmieren über das Netzwerk und Grundlage für App, Panel und Home Assistant.

Pflicht, sinnvoll oder später?

KomponenteEinstufungWarum
SpannungsversorgungPflichtversorgt jeden Teilnehmer am Bus
BusleitungPflichtverbindet alle Geräte, im Rohbau verlegen
AktorenPflichtschalten die Verbraucher
Taster und MelderPflichtgeben die Befehle
Schnittstelle USB oder IPPflichtohne sie keine Programmierung
ETS-SoftwarePflichtprogrammiert alle Geräte
IP-Routersinnvollfür App, Panel und Fernzugriff
Linienkopplernur bei großen Anlagenwenn mehr Geräte als eine Linie tragen kann
Visualisierung, Logik, Wetterstationspäterlassen sich jederzeit ergänzen

So stellst Du die Grundausstattung zusammen

1Stromkreise zählen

Jeder Lichtkreis, jede Jalousie und jeder Heizkreis braucht einen Aktorkanal. Daraus ergibt sich die Zahl der Aktoren.

2Bedienstellen festlegen

Wo wird bewusst geschaltet, wo reicht ein Melder? Das ergibt die Zahl der Taster und Melder.

3Spannungsversorgung wählen

Nach der Zahl der Busteilnehmer, mit Reserve. Eine größere Versorgung kostet kaum mehr.

4Schnittstelle wählen

USB reicht zum Programmieren. Wer später App oder Panel will, nimmt gleich eine IP-Schnittstelle.

5ETS-Lizenz klären

Die kleinen Versionen sind auf eine Geräteanzahl begrenzt. Für ein Einfamilienhaus reicht meist ETS Home.

6Platz im Verteiler reservieren

Mindestens ein Drittel Reserve für alles, was später kommt.

Wo unnötig Geld ausgegeben wird

Das meiste Geld geht verloren, wenn Kür vor Pflicht kommt: ein großes Panel, bevor die Taster geplant sind, ein Logikserver für Funktionen, die ein Präsenzmelder allein erledigt, oder ein Linienkoppler in einer Anlage, die mit einer Linie auskommt.

Umgekehrt wird an den falschen Stellen gespart: an der Spannungsversorgung, an Leitungen und Dosen im Rohbau und an der Reserve im Verteiler. Diese Dinge lassen sich später nur mit großem Aufwand nachholen.

Die fünf häufigsten Fehler bei der Grundausstattung
  • Spannungsversorgung ohne Reserve gewählt
  • Nur eine USB-Schnittstelle gekauft, obwohl App oder Panel geplant sind
  • Visualisierung vor den Tastern geplant
  • Linienkoppler gekauft, obwohl eine Linie reicht
  • Keinen Platz im Verteiler für spätere Aktoren gelassen

Häufige Fragen

Wie viele Geräte passen auf eine KNX-Linie?

Ein Liniensegment trägt bis zu 64 Geräte. Mit Linienverstärkern und Linienkopplern lässt sich die Anlage darüber hinaus erweitern.

Brauche ich eine Drossel?

Moderne KNX-Spannungsversorgungen haben die Drossel eingebaut. Eine separate Drossel ist nur bei älteren Konzepten nötig.

Welche ETS-Version brauche ich?

ETS Lite ist auf 20 Geräte begrenzt, ETS Home auf 64. Für die meisten Einfamilienhäuser reicht ETS Home, Profis nutzen ETS Professional ohne Begrenzung.

Reicht eine USB-Schnittstelle?

Zum Programmieren ja. Für App, Panel oder Home Assistant braucht die Anlage eine IP-Schnittstelle oder einen IP-Router.

Was kann ich später nachrüsten?

Fast alles außer Leitungen: Visualisierung, Logik, Wetterstation, weitere Taster und Aktoren. Voraussetzung ist Platz im Verteiler und eine ausreichend große Spannungsversorgung.

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