Was kostet KNX? Die vier Kostenblöcke einer Anlage
Die Gerätekosten einer KNX-Anlage lassen sich gut abschätzen, weil sie sich aus zählbaren Dingen ergeben: Anzahl der Stromkreise, Anzahl der Bedienstellen, Anzahl der Rollos. Was die Rechnung sprengt, ist fast nie die Hardware, sondern eine Planung, die zu spät kommt. Wer im Rohbau entscheidet, zahlt einen Bruchteil dessen, was ein Nachrüsten kostet.
Die Frage nach dem Preis kommt in fast jeder Beratung zuerst – und sie lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, weil zwei Häuser gleicher Größe völlig unterschiedlich ausgestattet sein können. Was sich beantworten lässt: woraus sich der Preis zusammensetzt und wie Du ihn für Dein eigenes Haus in einer halben Stunde abschätzt.
Konkrete Zahlen für Dein Haus bekommst Du im Preisrechner: KNX Kosten berechnen. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter den einzelnen Positionen steckt.
Eine KNX-Anlage besteht aus vier Kostenblöcken, und nur einer davon ist schwer zu schätzen. Die Systemtechnik ist fast fix, die Aktoren folgen dem Grundriss, die Bedienung folgt dem Geschmack – und die Programmierung folgt der Frage, wer sie macht.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
SpannungsversorgungTeil der Systemtechnik und für jedes Haus fast gleich. Fällt einmal an, unabhängig von der Hausgröße – und ist der Posten, an dem man nicht sparen sollte.
Schnittstelle zum NetzwerkEbenfalls Systemtechnik: der Zugang für ETS, Visualisierung und Fernzugriff. Ein Gerät pro Anlage genügt im Einfamilienhaus.
Richten sich nach den Stromkreisen. Jeder Lichtkreis braucht einen Kanal – gezählt wird im Grundriss, nicht im Katalog.
Schalten, Rollladen und Heizung in einem Gerät. Ein Rollladen belegt zwei Kanäle, jeder Heizkreis einen.
Der Posten mit der größten Spannweite. Ein einfacher Taster und ein Glastaster mit Display unterscheiden sich um ein Vielfaches.
Ersetzen in Flur, WC und Abstellraum den Taster – und sparen damit an anderer Stelle wieder ein.
Der vierte Block ist die Programmierung, der Posten, den Laien unterschätzen. Die Geräte tun ohne ETS-Projekt gar nichts. Wer selbst programmiert, spart das Geld und zahlt mit Zeit; wer es vergibt, sollte den Aufwand vorher schriftlich festhalten.
Was den Preis nach oben oder unten treibt
| Kostenblock | Wovon er abhängt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Systemtechnik | kaum von der Hausgröße | nicht zu knapp dimensionieren |
| Aktoren | Zahl der Stromkreise, Rollos, Heizkreise | große Geräte statt vieler kleiner |
| Bedienung | Zahl der Bedienstellen und deren Art | Melder statt Taster in Durchgangsräumen |
| Programmierung | Umfang der Funktionen, wer programmiert | Aufwand vorher festlegen |
| Verkabelung | Zeitpunkt – Rohbau oder Bestand | lieber zu viel als zu wenig |
So schätzt Du Deine Anlage in einer halben Stunde
Stromkreise, nicht Lampen. Fünf Spots an einem Schalter sind ein Kanal.
Jeder Antrieb belegt zwei Schaltkanäle oder einen Jalousiekanal.
Ein Kanal pro Raum, bei großen Räumen auch mehrere.
Wo wird bewusst geschaltet, wo reicht ein Melder?
Taster reichen, oder soll ein Panel oder eine App dazu?
Zwei bis vier Kanäle mehr – bei jedem Haus kommt während des Baus etwas dazu.
Warum der Zeitpunkt mehr kostet als die Technik
Im Rohbau ist eine zusätzliche Leitung eine Frage von Minuten. In der fertigen Wand ist sie ein Handwerkertag mit Stemmen, Putzen und Streichen. Deshalb ist die Planung vor dem Verputzen der größte Einzelhebel für die Gesamtkosten – größer als jede Geräteauswahl.
Das gilt auch für Dosen. Eine zusätzliche Schalterdose kostet beim Rohbau fast nichts. Wer sie vergisst, bezahlt später den Aufwand, der mit der Dose nichts zu tun hat.
Wo sich sparen lässt – und wo es sich rächt
Bei den Aktoren lohnt sich Sammeln: ein Gerät mit acht Kanälen im Verteiler ist günstiger als acht einzelne. Bei der Bedienung lohnt sich Zurückhaltung: ein Präsenzmelder im Flur ersetzt drei Taster und ist komfortabler. Bei der Verkabelung lohnt sich das Gegenteil: dort lieber zu viel als zu wenig.
Rächen tut sich Sparen an der Spannungsversorgung – wer sie zu knapp wählt, hat eine Anlage, die bei der ersten Erweiterung unzuverlässig wird. Und an der Planung: eine Anlage, die nachträglich umprogrammiert werden muss, wird teurer als eine, die einmal richtig gedacht wurde.
- Nach Lampen gezählt statt nach Stromkreisen – die Aktorliste wird doppelt so lang wie nötig
- Dosen und Leitungen im Rohbau gespart – jede spätere Stelle kostet ein Vielfaches
- In jeden Raum ein Display-Taster, wo ein Melder oder ein einfacher Taster reicht
- Spannungsversorgung ohne Reserve – bei der ersten Erweiterung beginnt die Fehlersuche
- Programmierung nicht vorher festgelegt – der Aufwand wächst mit jeder Idee
Häufige Fragen
Die Systemtechnik fällt unabhängig von der Größe an. Bei einer kleinen Wohnung macht sie deshalb einen größeren Anteil aus. Ob es sich lohnt, hängt weniger an der Fläche als daran, wie lange Du dort wohnst.
Ja, und das ist der große Vorteil gegenüber geschlossenen Systemen. Voraussetzung ist, dass Leitungen, Dosen und Verteilerplatz von Anfang an da sind. Geräte kann man jederzeit nachkaufen.
In der Anschaffung meist ja. Über die Laufzeit relativiert es sich: keine Batterien, keine Cloud-Abhängigkeit, kein Hersteller, der die App abschaltet. KNX-Geräte verschiedener Hersteller arbeiten zusammen.
Das hängt am Umfang der Funktionen, nicht an der Zahl der Geräte. Wer es vergibt, sollte die gewünschten Funktionen vorher aufschreiben – das ist die Grundlage für ein Angebot, das hinterher auch stimmt.
Sie sparen vor allem Planungsaufwand, weil Versorgung, Schnittstelle und Aktoren schon aufeinander abgestimmt sind. Für ein typisches Einfamilienhaus sind sie ein guter Startpunkt.
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