True Presence oder zwei Präsenzmelder – was ist besser?
Ein klassischer PIR-Präsenzmelder erkennt Wärmebewegung. Wer still sitzt oder hinter Glas duscht, wird irgendwann nicht mehr gesehen, und das Licht geht aus. True-Presence- und Radar-Melder erkennen dagegen feinste Bewegungen, je nach Modell bis zur Atmung. Sie sind teurer, aber in manchen Räumen ersetzen sie zwei PIR-Melder. Die Frage ist also nicht, welche Technik besser ist, sondern welche zum Raum passt.
Präsenzmelder sind im KNX-Haus die Geräte, die am meisten Komfort bringen und am meisten Ärger machen, wenn sie falsch geplant sind. Der typische Ärger: Man sitzt ruhig am Schreibtisch oder steht unter der Dusche, und das Licht geht aus. Dafür gibt es zwei Lösungen: einen zweiten klassischen Melder, der die Lücke abdeckt, oder einen Melder mit empfindlicherer Technik.
Beide Wege funktionieren. Welcher günstiger und zuverlässiger ist, hängt davon ab, wie der Raum geschnitten ist, wo sich Menschen still aufhalten und was hinter Wänden und Glas liegt.
Die Melder im Überblick
Für lange Flure und große Räume, in denen ein Standardmelder nicht bis in die Ecken reicht.
Klein und unauffällig, teils mit Temperatur und Feuchte. Gut als zweiter Melder für eine Nische oder die Dusche.
Erkennt zusätzlich schlechte Luft. Im Bad steuert ein Gerät damit Licht und Lüftung.
Der Melder meldet nur. Geschaltet wird im Verteiler, dort entscheidet auch die Nachlaufzeit.
PIR, True Presence und Radar im Vergleich
| Punkt | Zwei PIR-Melder | Ein True-Presence- oder Radar-Melder |
|---|---|---|
| Was erkannt wird | Wärmebewegung | feinste Bewegungen, je nach Modell bis zur Atmung |
| Stillsitzen | kann zu Abschaltung führen | wird zuverlässig erkannt |
| Glas, z. B. Duschabtrennung | sieht nicht durch Glas | erfasst auch hinter Glas |
| Dünne Wände und Türen | kein Problem | kann durchgreifen – Reichweite anpassen |
| Preis | zwei günstige Geräte | ein teureres Gerät |
| Einstellung | einfach | mehr Feinjustierung nötig |
So entscheidest Du
Schreibtisch, Lesesessel, Dusche, Badewanne. Dort braucht es entweder einen gezielt ausgerichteten zweiten Melder oder feinere Technik.
Glas und Möbel blockieren einen PIR-Melder. Hinter einer Glasabtrennung sieht er nichts mehr.
Radar reicht durch dünne Wände. Liegt nebenan ein Flur, muss die Reichweite eingeschränkt werden, sonst schaltet das Licht ohne Grund.
In kleinen, offenen Räumen reicht ein PIR-Melder. Verwinkelte Räume brauchen zwei Melder oder einen mit großem Erfassungsbereich.
In Flur, WC und Abstellraum reicht ein einfacher Melder mit Nachlaufzeit. Feinere Technik lohnt sich dort, wo man länger bleibt.
Zwei PIR-Melder sind oft günstiger als ein True-Presence-Melder. Rechne den zweiten Aktorkanal und die zusätzliche Dose mit ein.
Beispiel Badezimmer
Im Bad zeigt sich der Unterschied am deutlichsten. Ein PIR-Melder in der Raummitte sieht Waschtisch und Tür, aber nicht in die Dusche hinter einer Glasabtrennung. Steht man länger unter der Dusche, geht das Licht aus.
Die klassische Lösung ist ein zweiter, kleiner Melder mit Blick in die Dusche. Beide Melder melden auf dasselbe Licht, und die Anlage bleibt an, solange einer von beiden etwas sieht. Die Alternative ist ein Melder mit True-Presence- oder Radartechnik, der die Dusche durch das Glas erfasst. Welcher Weg günstiger ist, hängt davon ab, ob die Dose für den zweiten Melder ohnehin vorhanden ist.
- Melder über der Tür statt über dem Aufenthaltsort
- Nur ein PIR-Melder in einem Raum mit Glasabtrennung
- Radar-Melder ohne Reichweitenbegrenzung neben einem Flur
- Nachlaufzeit zu kurz – in Arbeits- und Wohnräumen geht das Licht zu früh aus
- True Presence dort eingesetzt, wo ein einfacher Melder reicht
Häufige Fragen
So nennt ein Hersteller seine Präsenzmelder, die mit Hochfrequenztechnik feinste Bewegungen erkennen, je nach Modell bis zur Atmung. Andere Hersteller sprechen von Radar- oder HF-Präsenzmeldern.
Nur solange sie sich minimal bewegen. Wer lange ruhig liest oder arbeitet, kann aus der Erkennung fallen. Eine längere Nachlaufzeit oder ein zweiter Melder hilft.
Ein PIR-Melder nicht, Glas blockiert die Wärmestrahlung. Radar- und True-Presence-Melder erfassen dagegen auch hinter Glas.
Ja, das ist bei KNX üblich. Beide Melder melden an denselben Aktorkanal, das Licht bleibt an, solange einer von beiden Anwesenheit erkennt.
Dort, wo man lange still bleibt oder Glas im Weg ist: Arbeitsplatz, Lesebereich, Bad mit Glasdusche.
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